John Rabe

  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.
  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.
  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.
  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.
  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.
  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.
  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.
  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.
  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.
  • : Function ereg() is deprecated in /web/www/nicol2/html/includes/file.inc on line 649.

Als absolutes Berlinale-Highlight entpuppte sich "John Rabe", nicht zuletzt, weil wir völlig unverhofft in der Weltpremiere saßen. Schon tagsüber nahm ich wahr, da tut sich was vorm Friedrichsstadtpalast: ein roter Teppich wurde ausgerollt. Als wir uns dann vor unserem Eingang einreihen wollten, sah ich dann im Treppenhaus die Fotografen hinter einem Absperrband brav sitzen und stehen (sah von oben wirklich lustig aus). Die Gerüchte verdichteten sich dann unmittelbar vor dem Einlass in den Saal und wurden schließlich durch die Begrüßung des Berlinale-Intendanten Dieter Kosslick bestätigt. Die Filmcrew lief ein und gemeinsam mit Ulrich Tukur, Dagmar Manzel, Steve Buscemi, Anne Cosigny, Teruyuki Kagawa, Regisseur Florian Gallenberger und vielen anderen am Film beteiligten sowie Thomas Rabe, Enkelsohn von John Rabe, durften wir dann den Film zum ersten Mal sehen.

Die Geschichte von John Rabe war lange nicht bekannt, seine Tagebücher sind erst vor wenigen Jahren wieder aufgetaucht. Man spricht von ihm als der "Oskar Schindler der Chinesen". 1937, John Rabe (Ulrich Tukur) ist Geschäftsführer einer Siemensniederlassung in Nanking, damalige Hauptstadt Chinas und steht kurz vor seiner Rückkehr nach Berlin. Während des Abschiedsballes für ihn und seine Frau Dora (Dagmar Manzel) bombadieren die Japaner die Stadt. Panik bricht aus, Rabe lässt die Tore zum Betriebsgelände öffnen, nutzt die überdimensionierte Hakenkreuzflagge dazu, den Japaner zu demonstrieren, dass es sich hier um Verbündete handelt und bietet den Menschen damit Schutz an.

Einen Tag nach dem Angriff erreicht der Diplomat Dr. Rosen (Daniel Brühl) die Stadt. Er schlägt vor, eine Sicherheitszone für die chinesischen Zivilisten einzurichten. Die Schulleiterin Valérie Dupres (Anne Cosigny) unterstützt ihn bei seinem Vorhaben, schlägt John Rabe als Vorsitzenden der Zone vor. Die Sicherheitszone wird eingerichtet, weit mehr als die erwarteten 100.000 Chinesen stürmen hinein.

Gemeinsam kämpft das Team bestehend aus dem Deutsch-Juden Dr. Rosen, der Französin Dupres, dem Nazi Rabe und dem Naziverachter Dr. Wilson (Steve Buscemi) nun für den Erhalt der Sicherheitszone und damit für das Überleben vieler tausender Chinesen, während die japanische Armee mit unmenschlicher Brutalität gegen die Chinesen vorgeht und systematisch Massenexekutionen durchführt.

Der Film zeigt ein in Deutschland kaum bekanntes, erschütterndes, tief mitreißendes Stück Geschichte. Die bestialischen Grausamkeiten, zu denen die Japaner in der Lage waren, sind ebenso wenig nachvollziehbar wie Dokumente über die systematische Ermoderung der Juden im Dritten Reich. Es gelingt, dieses Entsetzen beim Zuschauer/bei der Zuschauerin zu erzeugen. Gleichzeitig war ich sprachlos, dass ausgerechnet ein Nationalsozialist - und genau deswegen - es vermochte, Menschenleben zu retten.

Ulrich Tukur verleiht der Person John Rabe eine durch und durch menschliche Persönlichkeit. Er hängt an China, er liebt seine Frau Dora, die er nur schweren Herzens alleine auf den Dampfer Richtung Deutschland schickt, es liegt ihm fern, einfach abzuhauen und die Menschen damit ihrem Schicksal zu überlassen und ebenso käme er wohl niemals auf die Idee, die Zusammenarbeit mit einem deutsch-jüdischen Diplomaten zu verweigern. Ebenso scheint er geradezu über der Verachtung zu stehen, die ihm durch Dr. Wilson entgegen gebracht wird. Es scheint ihn nicht zu interessieren, was andere denken, wichtig scheint nur die Rettung tausender unschuldiger Menschenleben zu sein.

Liest sich wie ein Heldenepos? Vielleicht ist es genau das. Bisher ein unbekannter Held, einer Gruppe angehörend, denen man den Status "Held" kategorisch abschreibt. Aber es ist auch Geschichte - für vermutlich viele von uns unbekannte Geschichte - einer Zeit, in der nicht nur in Europa Greueltaten tagtäglich "normal" waren.

Mich hat der Film sehr mitgerissen, mich zutiefst bewegt und erschüttert. Es war ein unheimlich intensiver Ausklang meines ersten Berlinale-Tages. Und es freut mich, dass ich durch meinen Applaus der anwesenden Filmcrew zeigen konnte, wie gut ihr Werk geworden ist.

Trackback URL for this post:

http://nicoleengelhardt.de/trackback/392